19. Januar 2016

Die Bahn und ich - Eine Odyssee

Mein täglicher Weg zur Uni ist seit 3 Semestern etwas beschwerlich. Wenn ich beim Schneck in Berlin bin, ist es meistens kein Problem (wenn man keine Platzangst in überfüllten Zügen hat). Selbst bei Bahnstreiks komme ich gut durch die Stadt dank S-Bahn und Fahrrad. Wenn ich aber bei meinem Hauptwohnsitz bin und zur Uni möchte, wird es anstrengend. Im Herbst und Sommer war ich viel mit dem Fahrrad bis zum nächsten Bahnhof unterwegs. Dieser ist aber über 7 km entfernt. In Potsdam war ich dann nochmals 6 km unterwegs, sodass das Hin und Zurück 26 km ergaben. J.e.d.e.n. T.a.g. Uff... Aber man gewöhnt sich an alles und der Großteil der Strecke ist sehr schön und mit recht guten Radwegen versehen. Jetzt ist aber Winter und die Wege sind verschneit und glatt. Außerdem müsste ich mich zentnerschwer einpacken, damit ich kein rollendes Eis am Stiel werde bei diesen frostigen Temperaturen. Also müssen die Öffis benutzt werden. Auf'm Dorf.

Seit der Fahrplanumstellung um den Jahreswechsel herum fährt mein Lieblingszug anders und ich habe eine neue Verkehrsanbindung. Die ist doof. Aber sowas von! Den einen Tag verpasste ich um 1 Minute meinen Anschlusszug wegen des Busses trotz eines wahnsinnigen Sprints meinerseits. Es war seeehr früh am Morgen (7 Uhr!) und einsam auf dem Bahnsteig. Da hing ich in der Kälte für eine Stunde fest. Für Nichts. An anderen Tagen komme ich 10 bis 20 Minuten zu spät zu meinen Kursen, weil der Bus bummelt oder im Berufsstau steht. Oder ich muss 60 Minuten früher fahren, damit ich überhaupt zur Uni komme.

Heute war's anders. Dienstags habe ich nur eine Veranstaltung und dennoch nehme ich jedes Mal ca. 2 1/2 Stunden Fahrt für 1 1/2 Stunden Mathe-Vorlesung in Kauf. Also laufe ich heute Mittag ganz gemütlich zur Bushaltestelle. Der Bus ist pünktlich und kommt auch am Bahnhof rechtzeitig an. Ich laufe hoch zum Zuggleis und lese an der Anzeige "Der RB XY nach Potsdam fällt aus. Bitte benutzen Sie den Ersatzbusverkehr." Nach einem kurzen Telefonat mit dem Schneck war klar, es gibt keinen Ersatz. Es ist der reguläre Bus gemeint, der erst in 45 Minuten fährt. Top. Ich hatte also 3 Optionen. Entweder warte ich 45 Minuten in der Kälte um dann 30 Minuten von der Vorlesung mit zu bekommen. Oder ich warte 45 Minuten in der Kälte um nach Hause zu fahren. Oder ich laufe die komplette Strecke nach Hause. Sind ja nur 5 km... Strammen Schrittes stiefelte ich leicht frustriert Richtung Wärme. Ich konnte aber nebenbei einem jungen Mann den Weg weisen, die schöne Wintersonne genießen und einen Abstecher zum Supermarkt wegen des Mittagessens machen. Nach sehr kalten 65 Minuten kam ich endlich an.
Treue Wegbegleiter
Zu Hause habe ich dann den unfreiwillig freien Tag mit Entspannen verbracht.
Heimische Vogelbeobachtung
Ich bekam neulich Heißhunger auf Cordon Bleus, und weil ich gerade einen Spleen habe und alles selbermachen möchte (Fertiggerichte reduzieren), habe ich mich heute daran ausprobiert. Als Stimmungsaufheller sozusagen. Sie sind mir ziemlich gut gelungen auch ohne Rezept. Ich habe Putenfleisch, hauchdünnen Schinken und Gouda benutzt. Das nächste Mal würde ich das Fleisch deutlich dünner klopfen und mehr Käse reinmachen. Trotzdem schmeckten sie sehr gut.

Weiterer Tatendrang nach dem erzwungenen Spaziergang

Die Panadestraße für das Mittagessen

Das erste Wenden der Cordon Bleus

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