11. Juni 2016

Fahr Rad! - Auf dem Radel demonstrieren

Am letzten Sonntag fand die ADFC Sternfahrt in Berlin statt. Demonstrieren für das Radfahren in Berlin! Der Schneck hatte davon erfahren und wollte sehr gerne mitmachen. Also sattelten Cousinchen J., Freund U. und wir die Räder und machten uns zu viert auf zur Sternfahrt.

Ein Treffpunkt von vielen war an diesem sonnigen und warmen Sonntag ganz bei uns in der Nähe. Wir sind keine 2 Minuten hingefahren. Dort warteten schon andere Radfahrer im Schatten auf den "Beginn", also auf den Trupp, der in unsere Richtung fuhr und uns sozusagen einsammelte. Mit etwas Verspätung kamen sie dann. Und es waren viiiele! Das hatte mich ziemlich überrascht, aber wenn 140.000 Radfahrer mitmachen, dann müssen die auch irgendwo herkommen. Selbst aus unserer entlegenen Ecke :)
Voll ausgerüstet mit Helm, Warnweste, Sonnencreme und Sonnenbrille!
Unser Startpunkt war schon sehr gut befahren.
Nachdem wir es geschafft hatten uns in die Menge einzuordnen, konnten wir ganz gemütlich für ein fahrradfreundliches Berlin demonstrieren. Das Fahrtempo war anfangs ziemlich gemütlich, weil man auf so viele andere Radfahrer Acht geben musste. Außerdem war es schließlich kein Radrennen, sondern eine Demo. Die sind meistens nicht ganz so schnell ;)
Es war schön zu sehen, was die Leute für unterschiedliche Fahrräder fahren bzw. wie sie "ausgerüstet" sind (Viele Helme waren vertreten! Sehr löblich!). Man hat die verrücktesten Dinger gesehen. Mein Favorit ist das "Doppelfahrrad". Da hat jemand zwei Fahrradrahmen übereinander(!) geschweißt, die Kette nach oben gezogen und fuhr dann doppelt so hoch wie wir anderen. Ich dachte zu erst, dass man da nur mit Mühe hochkommt, aber der Fahrer schwang locker ein Bein auf das eine Pedal und zack war er oben. Er war fast schneller oben als so manch anderer auf seinem "normal hohen" Rad. Total verrückt anzusehen!

Viele hatten auch musikalische Unterstützung dabei. Einigen genügten kleine Lautsprecher, andere brachten sogar ihren eigenen DJ mit! Diese 3 Männer machten eine unglaublich gute Stimmung. Der eine hatte ein Lastenrad mit bestimmt 3 großen Lautsprechern, während die anderen beiden eine Art Papstmobil fuhren, bei dem der eine strampelt und der andere Platten auflegt (sie haben sich aber abgewechselt). Bei Wartezeiten konnte man also sogar etwas tanzen.
Musikalische Unterstützung
Ein Highlight der Sternfahrt ist, dass ein Teil der Autobahn für die Demo gesperrt wird und die Fahrräder auf ihr fahren dürfen.
Auf zur Autobahn!
Ehe wir endlich auf die Autobahn durften, mussten wir bestimmt 45 Minuten warten. Leider war das genau der Zeitraum, in dem es fürchterlich anfangen musste zu regnen und zu gewittern.... Es fing ganz harmlos an, wurde dann aber so schlimm, dass wir wortwörtlich bis auf den Schlüppa nass wurden! Die Unterstellplätze waren bei der Menschenmenge schnell belegt und so standen wir zu viert ganz tapfer im Prasselregen. Wir nahmen es, so gut wie es ging, mit Gelassenheit und gönnten uns nachdem die Sturzflut endlich zu Ende war ein Bierchen! Dann endlich durften wir durch den Britzer Tunnel und auf der Stadtautobahn fahren. Das war ein unglaubliches Erlebnis als Fahrradfahrer durch einen langen Autobahntunnel zu düsen und dann die endlose Breite der top-asphaltierten Straße zu genießen!
Noch ist das Wetter schön...
Das Ende stellte die Siegessäule dar. Nachdem wir eine Runde rumgefahren sind, nahmen wir gemütlich Platz und quatschten so lange bis uns der Regen wieder nach Hause trieb. Auf dem Rückweg wurden der Schneck und ich das zweite Mal pitschnass. Da half auch kein Unterstellen im Tiergarten...
Ende der Route!
Wir wurden aber entschädigt für das doofe Nasswerden. Natürlich durch die Sternfahrt selbst, aber auch durch die kurze abschließende Fährfahrt auf dem Nachhauseweg!
Der FährBär!
Insgesamt sind wir zwischen 35 und 40 km Rad gefahren, wurden 2mal komplett nass und hatten einen riesen Haufen Spaß! Das nächste Jahr wollen wir bestimmt wieder mitfahren. Für ein fahrradfreundliches Berlin!

1 Kommentar:

Ankes Garten hat gesagt…

Die Fahrt durch den Tunnel muss schon was besonderes gewesen sein. Leider kann man nicht überall dabei sein.
Viele liebe Grüße
T.A.